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Aufklärung und Residenzstadt (Martin Mulsow)
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Gotha stand oft im Schatten von Weimar, aber wies um 1800 ebenfalls eine intellektuelle Vielfalt aufGotha war in den Jahrzehnten um 1800 eine Residenzstadt mit großer Ausstrahlung, ein Zentrum der Spätaufklärung. Unter einem Fürsten, der die Wissenschaften förderte, erblühten Astronomie und Geologie, aber auch Philologie und Geschichte.Vor dem Hintergrund zahlreicher Sammlungen, einer gewaltigen Bibliothek, eines gut funktionierenden Staatswesens und vorteilhafter Postverbindungen wirkten von hier aus Literaten und Gelehrte von Rang aufs ganze Reich: Rudolph Zacharias Becker vertrieb den größten Bestseller der Goethezeit, sein volksaufklärerisches Noth- und Hülfsbüchlein für Bauersleute, sowie seinen national gelesenen Reichs-Anzeiger. Georg Anton Benda komponierte tonangebende Melodramen, Friedrich Wilhelm Gotter schrieb vielgespielte Theaterstücke, Heinrich August Ottokar Reichard verbreitete seine Almanache, der Verleger Carl Wilhelm Ettinger druckte die erste Voltaire-Gesamtausgabe und angesehene gelehrte Zeitungen, Conrad Ekhof schrieb mit seiner stehenden Bühne Theatergeschichte und der verbotene Illuminatenorden fand hier das Zentrum seiner Spätphase.In der Aufmerksamkeit der Forschung stand Gotha bisher im Schatten Weimars. Dieser Band beleuchtet erstmals die Bedeutung der Stadt und fächert die Vielfalt ihrer intellektuellen Landschaft auf.
Autorenportrait
Martin Mulsow ist Professor für Wissenskulturen an der Universität Erfurt und Direktor des Forschungszentrums Gotha; zuvor war er bis 2005 Professor für Geschichte an der Rutgers University, USA. Studium der Philosophie in Tübingen, Berlin und München; Promotion 1991; Habilitation 2000. Member des Instutite for Advanced Study in Princeton und des Wissenschaftskollegs zu Berlin; Mitglied der Sächsischen, der Berlin- Brandenburgischen und der Dänischen Akademie der Wissenschaften. Zahlreiche Preise, u. a. Anna-Krüger-Preis und Akademie-Preis.Veröffentlichungen u. a.: Aufklärung und Residenzstadt (hg. zus. mit Dirk Sangmeister, 2026); Naturrecht und Emotion (2025); Aufklärungs-Dinge (2024).
Dirk Sangmeister, geb. 1965, ist Germanist und Mitglied des Forschungszentrums Gotha der Universität Erfurt.Veröffentlichungen u. a.: Johann Gottfried Seume: Mein Leben (Hg., 2018); Deutsche Pornographie in der Aufklärung (Mithg., 2018); Subversive Literatur (Mithg., 2014).
Weitere Angaben
Buch (Hardcover), Deutsch, 799 Seiten

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