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Die dunkelste Nacht eines langen Winters (Barbaros Altug)

Die dunkelste Nacht eines langen Winters (Barbaros Altug)

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Erzählen als persönliche Befreiung und Widerstand

In Istanbul verschwindet Günes, ein 31-jähriger Ingenieur und angesehener Offizier der türkischen Armee, plötzlich und spurlos. In Berlin erfährt ein im Exil lebender, türkischer Schriftsteller gleichen Namens zufällig davon und beschließt, in seine alte Heimat zurückzukehren, um dem Fall nachzuspüren.

Bei seinen Nachforschungen stößt er auf Geheimnisse im Leben des Offiziers, die von dessen Umfeld hartnäckig verleugnet werden. Seine Suche nach der Wahrheit entwickelt sich mehr und mehr zu einer Reise in die eigene Vergangenheit. Dabei sieht er sich mit einer Gesellschaft konfrontiert, die Gewalt und Verbrechen gegen queere Menschen duldet und selten verfolgt. Schließlich stellt er fest, dass Berlin der Ort ist, an dem er seinen Platz gefunden hat.

Altug entwirft ein beklemmendes, nahezu klaustrophobisches Bild der gegenwärtigen politischen Realität in der Türkei - und der fragilen, bedrohten Existenz queerer Menschen. Die kunstvoll eingewobenen Verweise auf Thomas Manns Novelle »Der Tod in Venedig« wirken dabei wie ein literarisches Echo. So verdichtet sich der Roman zu einem intensiven Leseerlebnis, das lange nachhallt.

» Die dunkelste Nacht eines langen Winters ist der bislang kraftvollste und tiefgründigste Roman von Barbaros Altug. [...] In Altugs Sprache verbindet sich die aus Thomas Manns Literatur vertraute Melancholie mit der Fragilität des modernen Exils. [...] Wie schon in seinen früheren Büchern erzählt Altug von verletzten Identitäten und verschwiegenen Vergangenheiten - von Menschen, die zwischen Erinnerung und Gegenwart nach einem Ort suchen, an dem sie bleiben können.« Beyza Unmut, BirGün Kitap

Autorenportrait

Barbaros Altug ist ein türkischer Schriftsteller, Journalist und Literaturagent. Er verließ die Türkei 2016 und lebt und arbeitet in Berlin. Für seinen vierten Roman erhielt er ein Arbeitsstipendium des Berliner Senats für nichtdeutschsprachige Literatur. In seinem Werk geht es um die Themen, Exil, Erinnerung, gesellschaftliche Ausgrenzung, kollektive Verdrängung und Zugehörigkeit. Johannes Neuner ist Diplomübersetzer für Türkisch und Französisch. Er übersetzt Literatur aus dem Türkischen und unterrichtet am Sprachlehrinstitut der Universität Freiburg. 2012 wurde er mit dem Förderpreis des Übersetzerpreises Tarabya ausgezeichnet. Er lebt in Freiburg im Breisgau.

Weitere Angaben

Buch (Paperback), Großformatiges Paperback. Klappenbroschur, Deutsch, 120 Seiten
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