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Die Genese des "Dritten Humanismus" (Björn Thesing)
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Ende des 19. Jahrhunderts befindet sich der Humanismus in der Krise. Durch den Siegeszug der positiven Wissenschaften mit ihren Errungenschaften für die moderne Zivilisation verliert das klassische, aus der Goethe-Zeit stammende Bildungsideal mit Eintritt in die Gründerzeit kontinuierlich an Bedeutung. Infolgedessen lässt sich in Literatur und Philosophie ein gesteigertes Interesse an Fragen nach der Angemessenheit der überkommenen humanistischen Bildungstradition und ihrem sozio-kulturellen Stellenwert in einer radikal gewandelten Lebenswelt beobachten. Besonders häufig bedienen sich Dichter und Philosophen bei der Behandlung dieser Fragen kulturkritischer Dartstellungsverfahren, die ausgehend von einer Diagnose des Gesamtzustandes der Gegenwartskultur wahlweise prekäre Erscheinungsformen des akzelerativen Modernismus suspendieren oder durch neue Weltanschauungsangebote überwinden wollen. Mit der Proklamation des 'Dritten Humanismus' durch Eduard Spranger kommen diese Prozesse 1921 zu einem Höhepunkt, wobei durch die begriffliche Etikettierung eine Epochenzäsur markiert wird, die das Ende des goethezeitlichen Humanismus zum Ausdruck bringt. Die Studie von Björn Thesing rekonstruiert ideengeschichtlich den Weg vom Neuhumanismus zum 'Dritten Humanismus' exemplarisch anhand einzelner 'Wegmarken', etwa bei Friedrich Nietzsche, Theodor Fontane, Rudolf Eucken, Ernst von Wildenbruch und Eduard Spranger.
Weitere Angaben
Buch (Hardcover), Deutsch, 664 Seiten

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