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Die häufigste Krankheit ist die Diagnose (Bernd Hontschik)

Die häufigste Krankheit ist die Diagnose (Bernd Hontschik)

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Der Unterschied zwischen einem kranken Menschen und einer defekten Maschine ist fundamental. Der Mensch ist keine komplizierte Maschine und schon gar kein profitables Werkstück. Wenn die Medizin das vergisst, ist sie keine mehr.« Bernd Hontschik

Wir müssen uns darauf besinnen, worum es in der Medizin eigentlich geht. Wir müssen uns daran erinnern, dass wir eine ärztliche Aufgabe haben. Diese Aufgabe droht mehr und mehr unterzugehen, in Management-Programmen, in Codierungen, in Konzerninteressen, in Studien und im Kampf ums Geld. Wenn wir unsere Patientinnen und Patienten zu Sachen, zu Werkstücken machen lassen, ist es aus mit der Medizin. Man müsste den Arztberuf dann in die Rote Liste der bedrohten Arten aufnehmen. Unsere Aufgabe ist aber die Begleitung unserer Patientinnen und Patienten in der einsamen Welt der Krankheit, oder im günstigen Fall aus der einsamen Welt der Krankheit - soweit es eben geht - wieder zurück in die Welt der Gesundheit. Und deswegen lautet die immer wieder gleiche Botschaft: Es geht um die Rettung des solidarischen Gesundheitswesens und der Humanmedizin vor dem Würgegriff des Kapitalismus.

Autorenportrait

Dr. med. Bernd Hontschik, geb. 1952, Facharzt für Chirurgie, promovierte 1987 über die »Theorie und Praxis der Appendektomie«. Wofür er 1989 mit dem renommierten Roemer-Preis des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin ausgezeichnet wurde. Bis 1991 war er Oberarzt an der Chirurgischen Klinik des Städtischen Krankenhauses Frankfurt/Main-Höchst, bis 2015 selbständig in eigener chirurgischer Praxis mit ambulantem OP-Zentrum in der Frankfurter Innenstadt.Er ist Autor zahlreicher Bücher und Publikationen, insbesondere des Bestsellers »Körper, Seele, Mensch« (2006). Er gab die inzwischen 16-bändige Taschenbuchreihe »medizinHuman« im Suhrkamp Verlag heraus und gehörte zum wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift Chirurgische Praxis. Er schreibt seit über zwanzig Jahren mit über 300 Kolumnen in der Frankfurter Rundschau, der Ärztezeitung und der taz gegen die Kommerzialisierung und Profitorientierung des Gesundheitswesens an. Er war im Vorstand von medico international und der Uexküll-Akademie für Integrierte Medizin und ist u.a. Mitglied bei MEZIS, dem Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte, bei »Gemeingut in BürgerInnenhand«, bei der Akademie Menschenmedizin und bei der IPPNW.

Weitere Angaben

Buch (Paperback), Großformatiges Paperback. Klappenbroschur, Deutsch, 189 Seiten
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