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Gesetztes Denken (Norval Baitello Jr.)
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Die Sesshaftigkeit steht auf der schwarzen Liste der Sünden der heutigen Zivilisation. Sie ist eingezogen in die tiefsten Schichten unseres Denkens und Fühlens und sorgt dafür, dass möglichst wenig in Bewegung gerät. Einstweilen bewegen sich die erstarrten Manifeste des von uns Gedachten unheilvoll aufeinander zu. In seinem An-Denken gegen Bewegungslosigkeit und Stagnation, das auch ein "Aufstand gegen die Stühle" ist, hat der brasilianische Kulturtheoretiker Norval Baitello jr. ein Buch in achtzig Sprüngen vorgelegt. 'Gesetztes Denken' will die Gründe für unser so domestiziertes Leben aus der Sicht des Körpers verstehen - ausgehend von seiner Verbundenheit und Kommunikation mit der Umwelt und anderen Körpern. Aus dem Inhalt: Schwebende Kapseln: die präadamitischen Paradiese / Sitzen und sich setzen: unsere geknickten und gebrochenen Körper / Stühle und Bildmaschinen - eine maligne Verbindung / Können wir Bilder fressen? u.v.m. Mit einem Vorwort von Christoph Wulf.
Autorenportrait
Dr. Norval Baitello jun. (geb. 1949 in Brasilien) ist Professor für Medien- und Kulturtheorie an der Katholischen Universität Sao Paulo. Er untersucht die Auswirkungen der Überflutung mit Medienbildern auf den menschlichen Körper, die manchmal sogar zu Störungen des Körperbildes führen können, zu einer Art »Ikonophagie«. Er war Gastprofessor in Sevilla, Barcelona, Wien, Évora (Portugal) und Valdivia (Chile). Er hat Bücher und Essays über folgende Themen publiziert: die Medien des Berliner Dadaismus, das Zeitalter der Ikonophagie, Vilém Flusser und die Völlerei in der Konsumgesellschaft, Bilderökologie, Harry Pross und die Medientheorie, Dietmar Kamper und das Körperdenken, das Reich des immateriellen Mülls und die archäologischen Wissenschaften.
Dr. phil. Birke Mersmann, geb. 1945 in Marburg an der Lahn, hat Geschichte, Französisch, Politikwissenschaft und Erziehungswissenschaften studiert. Nach einigen Jahre als Studienrätin in Nordhessen war sie ab 1979 als freiberufliche Psychotherapeutin und Supervisorin sowie in der Erwachsenenbildung tätig, u.a. mit Lehraufträgen in Marburg, Dresden und Frankfurt. 1995 Promotion in Erziehungswissenschaften, Dissertationsthema: 'Was bleibt vom Heldentum? Weiterleben nach dem Krieg' (Berlin 1995). Ihre Faszination für Sprache hat ihr Interesse für die Tätigkeit des Übersetzens geweckt.
Christoph Wulf, Dr. phil., Professor für Allgemeine und Vergleichende Erziehungswissenschaft und Mitglied des Interdisziplinäres Zentrums für Historische Anthropologie an der Freien Universität Berlin. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Historische Anthropologie, Pädagogische Anthropologie, Mimesis- und Imaginationsforschung, Performativitäts- und Ritualforschung, ästhetische und interkulturelle Erziehung.
Weitere Angaben
Buch (Hardcover), Deutsch, 120 Seiten

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