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Statt Kunst (Lambert Wiesing)

Statt Kunst (Lambert Wiesing)

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Wenn eine Sache als Kunst gilt, dann steht sie in dem Ruf, sehenswert, gut und wichtig zu sein. Dinge werden, weil sie Kunstwerke sind, von Staaten in gigantischen Museen gesammelt und ausgestellt; Menschen unternehmen großen Aufwand, um sich Kunst anzuschauen und kaufen sie zum Teil zu horrenden Preisen. Diese enorme Wertschätzung von Kunst geschieht mit breiter intellektueller und politischer Unterstützung: In unzähligen philosophischen, soziologischen, aber auch pädagogischen Studien wird dafür argumentiert, dass Kunst für das gelingende Leben von Menschen und eine lebenswerte Gesellschaft höchste Relevanz besitzt. Der Essay "Statt Kunst" vertritt eine radikal skeptische Position: Dass jemand etwas für ein Kunstwerk hält, ist eine ästhetisch irrelevante Meinung. Jede Sache kann ein Kunstwerk sein, aber keine Sache wird allein dadurch, dass sie ein Kunstwerk ist, beachtenswert. Kunstwerke mögen häufig fantastische Dinge sein und viele positive Wirkungen haben, aber sie haben diese nicht, weil sie Kunstwerke sind. In einer fiktionalisierten Form - mittels eines Gedankenexperiments, in dem von Kunst keine Rede ist - wird die Ansicht verteidigt, dass Gleichgültigkeit gegenüber einem Anspruch, dass etwas Kunst sei, ein Gewinn an Aufklärung ist. Der Text ist sowohl ein Plädoyer dafür, sich in Diskussionen über Kunstfragen zu enthalten, als auch für ein "Zurück zu den Sachen selbst".

Weitere Angaben

Buch (Paperback), Deutsch, 96 Seiten
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